Vereine und Organisationen der Arbeiterbewegung
Konsum
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Die Versorgung der Arbeiterschaft und ihrer Familien war Ende des 19. Jahrhunderts so schlecht, daß sich die Arbeiter-Wahl-Vereine und die Gewerkschaften auch um den Lebensmittelverkauf für ihre Wähler und Anhänger kümmerten. Sie schufen einen Verteilungsverein auf Mitgliederbasis; der Eintritt in den Verein, den "Konsum, betrug 85 Pfennige. Heinrich Hartmann sen. war 1890 Mitbegründer in Mutterstadt In der Oggersheimer Str. 2 wurde dafür ein Laden mit Nebenräumen angemietet. Erste Verkäuferin dieses Konsumlagers, eine auf Genossenschaftsbasis aufbauende Selbsthilfeorganisation, war Marie Hartmann, im Volksmund die "Konsum-Marie" genannt. Daneben gab es noch seit 1898 den
sogn. Bauern-Konsum.
Von 1908 bis 1929 verwaltete Ludwig Gailing den Konsum, der seine Geschäftsräume nun in der Neustadter Str. 12 hatte. Ein zweiter Konsumladen wurde von 1927 bis 1966 in der Eisenbahnstraße betrieben, danach noch bis 1971 in der Röntgenstraße. Der Konsumladen in der Neustadter Straße war nach dem Kriege vorübergehend bis 1949 in der Fußgönheimer Straße 13, dem ehem.Faselstall und Bauhof, untergebracht. Danach wurde er in der Neustadter Straße bis weitergeführt; letzte Filialleiterin war Liselotte Hellmich. Der Genossenschaftsgedanke wurde von der Nachfolgeorganisation des Konsums, der COOP-Warengesellschaft (ein Tochterunternehmen der Gewerkschaften) übernommen. In der Blockfeldstraße und in der Oggersheimer Straße wurden Filialen errichtet. 1990 endete mit der Schließung dieser COOP-Filialen in Mutterstadt eine 100 Jahre andauernde gewerkschaftliche Selbsthilfeorganisation im Bereich Lebensmittel und Güter des täglichen Gebrauchs in unserem Ort. |